fehlerteufel heft 23

 

SATANIC
Regie: Dan Golden / USA 2006 / 88 Min.
Darsteller: Annie Sorell, Jeffrey Combs, Angus Scrimm, James Russo, Brett Erickson
Produktion: Mark Burman, Dan Golden, Petrea Kasper
Michelle und ihr Vater hatten einen schrecklichen Autounfall. Die beiden hatten während der Fahrt miteinander gestritten, weshalb Michelles Vater einen Moment unachtsam war und damit den Unfall verursacht hatte. Michelle kommt erst wieder im Krankenhaus zu Bewusstsein, wo man sie wegen ihren schweren Hautverletzungen in einen Streckverband gepackt hat. Michelle ist entsetzt als man ihr erzählt dass ihr Vater den Unfall nicht überlebt hat. Doch damit nicht genug; Michelle hat inzwischen erschreckende Ähnlichkeit mit einer Mumie, denn ihr Gesicht war bei dem Unfall komplett zerstört worden weshalb man sie am ganzen Körper mit Bandagen eingewickelt hat. Michelle hat keinerlei Erinnerungsvermögen und erinnert sich auch nicht an ihren Vater. Nachdem sie den ersten Schock überwunden hat, versucht sie anhand eines Reha-Programms den Weg zurück ins Leben zu finden. Doch das ist gar nicht so leicht, denn Michelle wird von schrecklichen Träumen und Halluzinationen geplagt. Das scheint heutzutage wohl das normale Procedere nach jedem halbwegs ernsthaften Autounfall zu sein. Michelle kommt in eine Pflegefamilie, die jedoch selbst einen ziemlich Pflegebedürftigen Eindruck macht. Der Vater hat eigentlich gute Absichten, die jedoch von seiner Medikamentensüchtigen Frau noch in jedem Keim erstickt werden. Die Frau ist depressiv und nutzt jede Gelegenheit um sich an den Pflegekindern zu bereichern. Außerdem ist eine Ex-Drogenabhängige Jugendliche in der Familie untergebracht, die auch nicht gerade für Frieden sorgt. Bald merkt Michelle dass hinter der Geschichte mehr steckt als sie anfangs zu vermuten wagte…SATANIC ist ein netter kleiner Genrefilm den man nicht übermäßig ernst nehmen sollte. Er macht es nämlich selbst auch nicht. Das Hauptaugenmerk des Films liegt natürlich auf der Besetzung des Films, denn mit Jeffrey Combs aus RE-ANIMATOR und Angus Scrimm aus PHANTASM hat man eine mehr als Kultverdächtige Cast zusammen. Beide haben jedoch nur relativ kurze aber unterhaltsame Rollen. Umso erfreulicher ist es die beiden sogar zusammen in einer Szene spielen zu sehen. Ansonsten ist SATANIC solider FSK 16-Durchschnitt. Ein Film den man sich einmal anschaut und dann gleich wieder vergisst. Die Geschichte ist jedoch stellenweise schon ein wenig zu hanebüchen. Die schauspielerischen Leistungen sind OK und fallen nicht weiter auf und sorgen zusammen mit dem mitschwingenden Humor dafür, dass man sich nicht zu langweilen beginnt. Das Make-Up ist aber wirklich grottenschlecht und raubt den Effekten die Glaubwürdigkeit. Die Kurve bekommt der Film lediglich noch wegen ein paar netten kleinen Scripteinfällen und Einzelleistungen. Insgesamt sehr durchwachsen aber gerade noch erträglich. Der Nebenrollenbonus dürfte schließlich den Ausschlag für die gerade noch mittelmäßige Bewertung gegeben haben. Also wirklich unterer Durchschnitt mit Einschränkungen. (pn)
Mittelmäßig / 30 %

 

DAS OMEN
Regie: John Moore / USA 2006 / 110 Min.
Darsteller: Liev Schreiber, Julia Stiles, Seamus Davey-Fitzpatrick, Michael Gambon, Mia Farrow
Produktion: John Moore, Jeffrey Stott, Peter Veverka, Glenn Williamson
Selten wurde um den Starttermin eines Kinofilms ein so großes Tamtam gemacht wie bei diesem Remake des gleichnamigen Klassikers aus dem Jahre 1976. Beinahe könnte man vermuten, dass man diese Wiederaufbereitung ausschließlich wegen des passenden Datums produziert hat. So wurden früh genug die Werbetrommeln gerührt, um rechtzeitig auf den Tag X aufmerksam zu machen. Ein ganz besonderer Tag, dieser 6. Juni 2006 oder anders geschrieben: 6.6.06. Sechshundertsechsundsechzig (666), die Zahl, die in okkultistischen Kreisen besser als die Zahl des Tieres oder die des Antichristen bekannt ist. Diese Gegebenheiten, welche sich natürlich geschickt mit dem Filminhalt kombinieren ließen, konnten durch eine formidable Marketingstrategie aufgenommen werden und so kam DAS OMEN an jenem besonderen Dienstag weltweit in die Kinos. Äußerst treffend auch, dass Richard Donners Meisterwerk in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert und die Geburt eines Remakes und die eines neuen Satansbraten eigentlich kaum überraschend kamen. DAS OMEN erschien damals ein paar Jahre später als DER EXORZIST, konnte in der Horrorfilm-Hierarchie aber eine ähnlich hohe Position belegen, so gilt Das Original heute noch für viele Fans als der vielleicht beste Horrorfilm aller Zeiten. Der Erfolg des 76er Films widerspiegelt sich in den drei Fortsetzungen, die aber qualitativ nicht mehr mithalten konnten, und natürlich in diesem anständig besetzten Remake. John Moore (DER FLUG DES PHOENIX) nahm das Original-Drehbuch als Vorlage und passte es lediglich etwas der heutigen Zeit an, ohne den altmodischen Touch zu verlieren. Bei der Story hat sich demnach nicht viel verändert: Es ist der besagte 6. Juni als Katherine Thorn (Julia Stiles) um 6 Uhr früh ihr Baby zur Welt bringt. Nach nur wenigen Atemzügen verstirbt ihr Kind jedoch. Ihr Mann Robert Thorn (Liev Schreiber) erhält praktisch zur gleichen Zeit ein Angebot, ein anderes Baby aufzunehmen, dessen Mutter soeben bei der Geburt verstarb. Seine Frau im Glauben lassend, dass es ihr eigenes Kind sei, adoptiert Robert den kleinen Damien (Seamus Davey-Fitzpatrick). Vorerst läuft alles gut, bis sich an Damiens 5. Geburtstag ein merkwürdiger Selbstmord ereignet und weitere mysteriöser Vorfälle in Damiens Nähe geschehen. Bald wird Robert klar, dass hier die Mächte des Teufels im Spiel sind, ja dass sein Adoptivsohn sehr wahrscheinlich von diesem abstammt. Gemeinsam mit einem Fotografen geht er dem Geheimnis auf den Grund, mit dem Ziel den kleinen Beelzebub zu stoppen…Regisseur John Moore gelingt es zwar die alte Geschichte in ein neues Gewand zu stecken und ganz ordentlich umzusetzen aber der alten Story neues Leben einzuhauchen oder sie gar zu verbessern, das gelingt ihm nicht - zu enorm war wohl die Ehrfurcht vor dem großen Okkultklassiker. Das Vorbild wird beinahe 1:1 adaptiert, was natürlich bei den Kennern des Originals schnell Langeweile hervorruft. Die blutigen Szenen in Donners Film haben einen so kultigen Charakter, dass auch hier die Neuverfilmung nicht mithalten kann, auch wenn mal etwas mehr Blut spritzt als früher. Darstellerisch ist der kleine Seamus Davey-Fitzpatrick zu loben, der einen wirklich bösen Blick zustande bringen kann, ohne zu wissen wen er eigentlich spielt (!) und natürlich die gelungene Besetzung von Mia Farrow (ROSEMARY`S BABY) als böses Kindermädchen. Gesamt gesehen aber ein blasses Remake, das den Fehler macht sich zu stark an den alten Film zu halten und deshalb schnell den Reiz verliert. (dap)
Mittelmäßig / 20%

 

THE TIGER BLADE
Regie: Theeratorn Siriphunvaraporn / Thailand 2005 / 88 Min.
Darsteller: Asadawut Luantsuntorn, Pongpat Wachirabunjong, Pimonrat Pisolyabutra
Vertrieb: Sunfilm
Welcher asiatische Film hat eine total bescheuerte Story mit einem Action-Fantasy-Mix, der hinten und vorne nicht aufgeht, sowie unbegabte Schauspieler, unterdurchschnittliche Synchro und Special Effects? OK, da gibt es viele. Und THE TIGER BLADE ist leider ein weiterer Eintrag in dieser bereits langen Liste. Dabei fängt vom Prinzip her alles noch ganz OK an. Unser Held – Tigerblöd – ein direkt und ausschließlich der Regierung unterstellter Geheimagent, ist gerade am poppen, als ein Killerkommando anrückt. Mit Martial Arts und Geballer erlegt er - nur mit einem Handtuch bekleidet - kurzerhand die Eindringlinge. In dieser ersten Actionsequenz gibt es etliche Male mehr als deutlich nachgebende Pappwände und einfach schlecht montierte Szenen zu „bestaunen“. Und an den schlecht montierten Szenen wird sich auch im Rest des Filmes nichts ändern: Da wird viel zu oft viel zu hektisch(!!!) geschnitten oder die Schläge aus einer solchen Perspektive gefilmt, dass man ihnen ihre suggerierte Wucht nicht abnimmt. Einschüsse sind teilweise nur für wenige Frames zu sehen, und in Bewegungsabläufen sind immer mal wieder einzelne Bilder herausgeschnitten, so dass das Gezeigte seltsam ruckelig wirkt. Anscheinend soll das Videoclip-Ästhetik erzeugen und besser zu dem fürchterlich einfallslosen Techno-Soundtrack passen. Weiterhin gibt es überzogenes Wirework und unterdurchschnittliche CGI, bei denen z.B. Flammen digital auf ein vermeintlich brennendes Auto gelegt werden. Mich wundert, dass nicht noch die in letzter Zeit in Mode gekommene „Wackelkamera“ Verwendung findet, um den Spaß an den Actionszenen komplett zu ruinieren. Schwachsinnige Einfälle gibt es bei THE TIGER BLADE ebenfalls zu Genüge. In der Zentrale bekommt unser Held in bester James-Bond-Manier ein neues Handy „mit einer Spezialbatterie, die ewig hält“. Bitte? Doch diesen Quatsch hat man spätestens dann vergessen, wenn in Bezug auf einen Bösewicht der Satz „Er trägt den schwarzen Talisman. Schießen ist sinnlos.“ fällt. Um gegen diesen Baddie eine Chance zu haben, wird ein spezielles Schwert aus dem 2. Weltkrieg benötigt, das jedoch zuerst mit dem Blut einer Jungfrau in Berührung kommen muss, damit es wieder scharf wird. Da erübrigt sich wohl jeder Kommentar. Immer wieder gibt es unnötige Füllszenen, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben, wie z.B. als etliche knapp bekleidete Thai-Tussies in Tigerblöds Wohnung auftauchen und dort unter permanentem Arschwackeln in bester Videoclip-Manier für ihn kochen. Diese Sequenz ist übrigens ganz klar von einem 80er Jahre Werbespot für Coca-Cola geklaut. Schrieb ich oben „eigentliche Handlung“? Nun ja, es ist gar nicht so einfach, etwas zur Handlung zu sagen, da diese ein total konfuser Quatsch mit Doppelagenten, einem aus dem Gefängnis befreiten Rebellenführer und einem angetäuschten Überfall auf die Diamantenzentrale ist. Letzten Endes verwirrte mich die Handlung aber weniger als die 1a Bildqualität von THE TIGER BLADE. Denn bei einem solchen Stinker erwartet man eher Laufstreifen, Schmutzflecke und ein kontrastarmes, körniges Bild im 16mm Look. Von seiner Debilität und mangelhaften Ausführung her passt er nämlich perfekt in die 80er, als Trashgurken wie der indonesische LADY TERMINATOR verbrochen wurden. (rm)
Schlecht / 60%

 

SOFT FOR DIGGING
Regie: J.T. Petty / USA 2001 / 74 Min.
Schauspieler: Andrew Hewitt, David Husko, Edmond Mercier, Joshua Billings, Kate Petty, Mia Todd, Sarah Ingerson,
Produktion: J.T. Petty, Jeffrey Odell
Vertrieb: New KSM
Auf der Suche nach seiner Katze wird Virgil Zeuge eines Mordes. Ein Mann erwürgt ein kleines Mädchen und verscharrt anschließend ihre Leiche im Wald. Erschreckt flüchtet Virgil und wird dabei vom Mörder des Mädchens gesehen. Doch leider muss die herbeigerufene Polizei wieder enttäuscht und unverrichteter Dinge von dannen ziehen, denn von einer Leiche ist an der besagten Stelle nichts mehr zu entdecken. Zusammen mit der inzwischen wieder aufgetauchten Katze und deren sensiblen Geruchssinn, gelingt es Virgil jedoch die Stelle an der das Mädchen begraben liegt auf eigene Faust auszumachen. Doch irgendwie erscheint es als ob das Mädchen kurz danach wieder zum leben erwacht sei. Jedenfalls kann die Polizei auch dieses Mal leider keine Leiche mehr entdecken und so langsam überkommen sogar Virgil selbst erste Selbstzweifel ob er sich das nicht alles nur eingebildet hat. In der Nacht wird Virgil von schrecklichen Alpträumen geplagt, in deren Mittelpunkt das kleine Mädchen steht. Es scheint fast so als ob die Kleine versuchen würde, ihm etwas im Schlaf mitzuteilen. Als Virgil am nächsten Tag einen Werbeflyer von einem Pflegeheim in seinem Briefkasten findet, schenkt er der Sache erst keine Beachtung. Später fällt ihm jedoch auf, dass zwischen dem getöteten Mädchen und dem Pflegeheim ein Zusammenhang zu bestehen scheint, weshalb sich Virgil auf macht um das besagte Heim zu besichtigen und dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Was ist das doch für ein erfrischend anderer Film, der uns Regisseur hier beschert hat. Alleinig durch die geniale Mimik des überragenden Hauptdarsteller getragen, kommt der Film fast gänzlich ohne Dialoge aus und wird dabei jedoch zu keiner Minute langweilig. Der Soundtrack besteht aus poetisch anmutenden Klavierstücken, die die Feinheit des Gezeigten noch unterstreichen. Innerhalb kürzester Zeit schaffte es dieser kleine Streifen, sich sozusagen als Geheimtip zu etablieren. SOFT FOR DIGGING könnte man als einen „Unsigned Hype“ betrachtet, wenn man es nun musikalisch ausdrücken wollen würde. Weiterhin besticht der Film durch einen äußerst britischen und dunklen Humor, der selbst Mr. bean das Lächeln im Halse stecken bleiben lassen würde. Manche Kamerafahrten dürften einem aus Low Budget-Kultfilmen wie EVIL DEAD abgeschaut sein. Die Steadycam kommt auch hier an so manchem Punkt zum Einsatz und versagt auch nicht darin, eine angemessen gruselige Stimmung aufkommen zu lassen. (pn)
Sehr gut / 40 %

 

COLD GRIP
Regie: Javier Barbera / USA 2004 / 79 Min.
Darsteller: Alejandro Cardenas, Jeff A. Hartman, Anna Lluch, Sara Raya
An einem Busbahnhof trifft Robert zufällig Greta, die in das gleiche Taxi steigt wie er. Man lernt sich näher kennen, tauscht Nummern aus und schließlich daten sich die Beiden. Es geschieht was kommen musste; die Beiden landen in der Kiste. Dass die Welt am nächsten Tag oft ganz anders aussieht muss auch Robert merken als er aus dem Schlaf der Gerechten erwacht. Greta ist nicht mehr da; stattdessen aber eine mit Lippenstift geschriebene Botschaft auf dem Spiegel: „HIV L „ Robert ist geschockt und kann nicht glauben was er da sieht. Nachdem der erste Schreck überwunden ist, bleibt hauptsächlich Hass und Ärger auf Greta und das Verlangen es ihr eines Tages heimzuzahlen. Und das könnte schneller passieren als Robert glaubt, denn Greta scheint dieses schreckliche Hobby regelmäßig auszuführen. Außerdem erinnert er sich an ein paar persönliche Informationen, die er Greta entlocken konnte und mit denen er jetzt versucht Greta ausfindig zu machen um Rache zu nehmen. Mehr möchte ich über die verschachtelte Geschichte nicht verraten. Der Einfall mit dem HIV ist erschreckend und äußerst realistisch zugleich. Welcher Mann hat sich nach einer durchzechten Nacht die ungeschützt in fremder Leute Bette geendet hatte, nicht auch schon angstvolle Gedanken über so eine Geschichte gemacht. Gerade zu dem Zeitpunkt wo sich in Amerika Leute angeblich auf sogenannten Bareback-Partys absichtlich gegenseitig mit HIV infizieren. Doch das allein ist nicht die gesamte Geschichte von COLD GRIP. Qualitativ eher auf TV-Film Niveau gelagert, offenbart sich dem Zuschauer mit fortlaufender Spielzeit ein verhältnismäßig hart inszeniertes Filmchen. Gewalt geschieht hier größtenteils zum Selbstzweck aber das muss ja nicht unbedingt ein Nachteil sein. Sieht man die gesamte Geschichte von Anfang bis Ende, ist sie jedoch trotzdem recht dünn und kann im Nachhinein auch nicht unbedingt überzeugen. Der Inhaltlich starke Anfang hat hierbei großes Erwarten geweckt die leider mal wieder nicht erfüllt wurden. Kamera und Sound sind ebenfalls leider nur auf dem Level von seichter TV-Unterhaltung. (pn)
Mittelmäßig / 50 %